
PHILIP BRADATSCH - Ich bin eine Bewegung
Heppel & Ettlich, München
Event Overview
When
Where
About the event
Philip Bradatsch kehrt zurück. Mit neuem Album, neuer Gitarre und ganz besonderen Songs.
Wir freuen uns sehr.**
„In der letzten Kneipe dieser Welt, ein versiffter Schuppen mit klebrigem Tresen, dringt diesiges Licht durch Mauerritzen, Sand rieselt von der Decke. Zwischen langen, blonden Haaren, unter dem Hut, singt jemand: „Ich habe einen Mann getötet, weil ich‘s in einem Song gehört hab“.
Das klingt fast so, als würde da jemand seine Abrechnung machen. Ein Gerichtsprozess als finale Desillusion zwischen ihm, der Welt, vielleicht – der Liebe? Und: der Musik. Sie, für die er fast sein ganzes Leben lang hunderte Konzerte im Jahr spielte, die Musik, die ihn anzündete und schließlich ausbrannte.
Philip Bradatsch – Gitarrenkünstler, Folksänger, Zigarettenprediger, Säuselpoet, – hatte gerade einige Jahre des kreativen Stillstands überlebt und derweil alle Gitarren besessen, die man besitzen konnte. Alles, was Rang und Namen hat, war durch seine virtuosen Hände gewandert, nur um ihn nach wenigen Wochen wieder zu langweilen. Alle hatte er sie wieder verkauft. Und so fuhr er mit nichts als seiner verkohlt-trockenen Stimme Richtung Hamburg, zu seinem Stammproduzenten, auf dem Weg zu seinem neuen Album, zu „Ich bin eine Bewegung“, das am 11. September 2026 erscheinen wird.
Doch er würde nicht alleine ankommen. Er würde einen Abstecher machen zu einer Gitarre, von der er wenige Wochen zuvor in einer Kleinanzeige las. Eine „Recording King“-Gitarre aus dem Jahr 1936, wertvoll, rar, ein Produkt des damals wirtschaftlich angeschlagenen „Gibson“-Konzerns, der bis heute zu den führenden Gitarrenherstellern der Welt gehört. Eine baugleiche Gitarre hatte einem von Bradatschs Kindheitshelden gehört: Robert Johnson.
Bradatsch holte sie auf halbem Weg nach Hamburg ab. Sie ist Inspiration, Werkzeug, Stilmittel und kreative Einschränkung von „Ich bin eine Bewegung“. Ihrer altersbedingten Fragilität wegen, muss Bradatsch sie tiefer spielen, runtergestimmt, um den Gitarrenhals nicht zu sehr zu belasten. Sie schwingt dadurch länger, tiefer und doch so trocken wie eine Endzeitwüste, in der nur noch eine alte Bar aus Holzbrettern steht.
Endzeit, Apokalypse, Katastrophe – Wie die Zeit, aus der diese Gitarre stammt; wie das Datum, an dem dieses Album erscheint; wie sich die Welt für viele Menschen gerade anfühlt; eben danach klingt Bradatsch auf diesem intimen Album. Als sei er der letzte Überlebende und würde nur ungläubig den Kopf schütteln.
Bradatsch lädt zu einem letzten Drink ein, während um uns herum alles zusammenzufallen scheint. „Alles hat seine Bedeutung, jeder hat seine Meinung, ich bin eine Bewegung“, singt er im Titeltrack etwa, desillusioniert und desinteressiert zugleich, wie ein Abgesang auf die aktuelle (Online-)Debattenkultur Am klebrigen Tresen, an den Stiefeln der Rest der Gegenwart, schreibt er: „Alles fühlt sich tausend Mal so groß an, weil du dich vielleicht zum letzten Mal spürst“.
Und trotz dieser zweifelnden Worte ist dieses Album für Philip Bradatsch ein Moment der Klarheit, ein Aufwachen aus einer Zeit, in der er feststeckte und ausbrannte, in der er die Welt, die Liebe und die Musik aus den Augen verlor. „Ich bin eine Bewegung“ ist Zeichen einer Wiederentdeckung.“ Leon Frei
TRIKONT US-0579 Vinyl Only VÖ: 11.09.2026 // PHILIP BRADATSCH - Ich bin eine Bewegung
Philip Bradatsch – Die Ballade der Selbstgefälligkeit
https://www.youtube.com/watch?v=RVL6Trn8V7g
Presse
„…In der großen Tradition der Beat-Poeten, deren Sprachrhythmus neonleuchtende Welten schafft.“ FAZ
„…ist wortgewaltig, spielt mit Metaphern und jongliert mit der deutschen Sprache wie kaum ein anderer.“ Radio Eins. RBB-Berlin
„Bradatsch ist Sänger, Songschreiber, virtuoser Gitarrist, Wortschmied, Liederhauer und Lautmaler.“ TAZ
„..Der Sound, die Texte, sie sind im Fluss mit Stromschnellen, Strudeln und kurzen ruhigen Abschnitten. Poetisch, prophetisch und mutig. Schön, in dieser Zeit.“
Süddeutsche Zeitung